La Tavernetta al Castello Restaurant & Hotel
Via Spessa 7
I-34070 Capriva del Friuli (GO)
Telefon: +39 0481 808228
Anreise: Karte
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag zum Mittag- und Abendessen. Sonntags zum Mittagessen. Sonntag am Abend und montags geschlossen.
Castello di Spessa – ein Schloss der Genüsse
Die wechselvolle Geschichte des Schlosses in Capriva del Friuli geht ins 13. Jahrhundert zurück. Zu den berühmtesten Gästen zählten Giacomo Casanova und Lorenzo da Ponte. Ende des 20. Jahrhunderts kaufte die Familie Pali das Anwesen und formte es zu einem besondern Ort der Genüsse. Golfplatz (18-Loch), Wein, Landwirtschaft, Hotel und mit der Tavernetta ein hochgeschätztes Restaurant im friulanischen Collio in der Nähe von Cormòns.


Im gediegenen Landhausambiente genießt man die Kreationen von Küchenchef Andrea Zamarian und seinem Team. Gekonnt verbindet er kulinarische Traditionen der Region mit seinen neuen Ideen, die eine Verfeinerung zum Ziel haben. Dazu muss man wie Andrea die Stärken und Schwächen erkennen, das Richtige verbessern und das Gute erhalten. Eigentlich ganz einfach, aber schwer zu finden. Die hauseigenen Weine von Castello di Spessa begleiten auf vortreffliche Weise das Menü.

La Tavernetta al Castello – fein speisen
Der berühmte Gast des Hauses Giacomo Casanova war Namensgeber für unser delikates Degustationsmenü in der Tavernetta, das mit Uovo, Spuma all’acciuga e Fagiolini begann. Das cremige Ei versteckte sich unter dem Sardellenschaum und wurde von grünen Bohnen umgeben. Die Bohnen bringen mit Säure und Frucht eine angenehme Frische zutage. Mit Finesse im Detail, gelungenen Proportionen und souveräner Verzicht auf kontraproduktive Dekoration schuf Andrea aus simplen Zutaten einen spannenden Einstieg ins Menü. Mit minmal-invasiver Produktbehandlung und vorzüglicher Kombination der Zutaten erfreute die rosa gebratene Wachtelbrust – Petto di Quaglia, Bisque d’Astice, Spinacino e Finocchietto – glasiert mit dezenter Hummerbisque und frischem Gemüse als Topping. Der zarte Aromenfilm von Spinat und Fenchel ließ der Wachtel ihren Raum, brachte aber eine zusätzliche Wendung im Geschmack.


Spaghettone di Grano duro mit fermentierten Zitronen, getrockneten schwarzen Oliven und Rosmarinöl. Die Pasta überzeugte mit klarer sensorischen Struktur. Kräftig im Geschmack und ein Höhepunkt für Zitronenliebhaber. Einmal mehr zeigte sich Andreas sichere Hand Geschmäcker und Proportionen punktgenau zu vereinigen. Die Ricciola / Bernsteinmakrele verband er mit Zucchini und Minzöl, die dem perfekt gebratenen Fisch mit markanten und bereichernden Aromen begleiteten. Die unterschiedlichen Komponenten wurden präzise eingesetzt, um ein harmonisches Geschmacksbild zu schaffen.


Pancia di Agnello / Lammbauch mit getrockneten Marillen und Bergamotte, eine gelungene Köstlichkeit. Ein Beweis, das handwerkliche Intelligenz und weniger die Verwendung luxuriöser Zutaten gutes Essen ausmachen. Bergamotte, richtig dosiert, gaben dem Lammbraten zu seiner klaren Schmorgerichts-Charakteristik einen besonderen Kick und unterstrichen das klare Produktaroma des Lammbauchs. Kompakte Chantilly-Creme und süß-schmelzende Pfirsichstücke begleiteten das Millefoglie-Dessert. Eine kleine, dichte Geschmacksbombe, die zum Abschluss gezündet wurde.


Für ein viergängiges à la carte-Menü in der La Tavernetta al Castello in Capriva del Friuli sollte man rund € 80,– einplanen. Das viergängige Degustationsmenü kostet € 70,– / Weinbegleitung € 20,–. Ein genussfreundliches Preis/Leistungsverhältnis.
Ein Genusstipp von Gustav Schatzmayr, goodstuff AlpeAdria.
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