Riva Zanelli – Ristorante in Lignano, Italien

Ricciola in Oliocottura, Asparago verde e Salsa di Conchiglie - goodstuff AlpeAdria
Ricciola in Oliocottura, Asparago verde e Salsa di Conchiglie

Riva Zanelli

Via Lagunare 14/1

I-33054 Lignano Sabbiadoro (UD)

Telefon: +39 0431 1770856, +39 351 7269769

Anreise: Karte

www.rivazanelli.it

Öffnungszeiten: MIttwoch bis Samstag von 12.00 bis 14.00 Uhr und von 19.00 bis 22.30 Uhr. Sonntags von 12.00 bis 15.00 Uhr. Montag und Dienstag Ruhetage.

Riva Zanelli – Fisch mit Lagunenpanorama

Direkt am Wasser gibt es in Lignano nur sehr wenige Restaurants und das Riva Zanelli von Chef & Patron Edoardo Zanelli zählt zu den Auserwählten. Auffällig angenehm ist die absolute Ruhelage, die der außergewöhnlichen Position des Restaurants geschuldet ist. Den Panoramblick in die Lagune von Marano schätzen die Gäste am Abend, bei Sonnenuntergang, besonders.

Damit stand die perfekte Bühne für Edoardos Kochkünste bereit. Er startete einst im legendären Al Bancut und ergriff mit seinem Riva Zanelli die Chance, dem bekannten Standort seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Binnen kürzester Zeit erkochte er sich mit seinem Team große Anerkennung bei Liebhabern feiner Fischküche und sein Restaurant avancierte zu den besten Lignanos.

Anguilla arrostita, Fagioli Lamon e Piselli novelli - goodstuff AlpeAdria
Anguilla arrostita, Fagioli Lamon e Piselli novelli

Edoardo kocht

Schon beim Gruß – Tonno e Basilico – zeigte uns Edoardo auf welch spezielle Art er Fisch mit Gemüse und Kräutern kombiniert. Über das zarte, fettreiche Bauchfleisch (Ventresca) des Thunfischs legte sich ein dezenter Aromenfilm mit einem Hauch vegetabiler Textur für den Basilikum und Radieschengrün verantwortlich zeichneten. Seiner Linie blieb er durch das ganze Menü treu und begeisterte mit vorzüglich stimmigen Kreationen. Ceviche di Ricciola (Bernsteinmakrele), ein Spiel mit Säure, Frucht und zurückhaltender Süße, das für frische Noten abseits gepickelter Zutaten sorgte. Wie auch bei den folgenden Gamberi rosa, Agretti e Avocado wählte Edoardo die Begleiter gezielt aus. Sie bereicherten in der Aromatik das Texturgefüge zwischen Hauptdarsteller und Beilagen. Der feinen Süße der hauchdünnen Gamberi stellte er mit Barba del Frate (Mönchsbart), Acetosa (Sauerampfer), Avocado und Agretti (ein Lagunenkraut) perfekte Begleiter zur Seite. Souvernität in allen Details bei auffälligen Verzicht auf aromatische Forcierungen, die den Zusammenhang gefährden könnten.

Bei Seppia, Zucchine verdi e Champignon konzentrierte sich Edoardo auf wenige Komponenten, die er mit gelungener Texturregie zu Teller brachte. Gedämpfter Tintenfisch, Zucchini- und Champignonstreifen sowie zart gewürzte Brösel. Da passte alles punktgenau. Wie bisher und auch folgend legte er großen Wert auf Finesse im Detail bei exzellenten Proportionen. Das perfekte Beispiel: Anguilla arrostita, Fagioli Lamon e Piselli novelli auf dunklem Fond und Bohnencreme. Ein Geschmacksbild, das von bodenständig-natürlichen Aromen geprägt war, dem Edoardo jedoch einen Kick gab, um es auf eine höhrere Stufe zu heben. Ein besonderer Ausdruck seiner Bodenhaftung waren Spaghettone, Aglio nero und Mazzancolle. Die Pasta wurde von einer Sardellensauce auf beeindruckende Weise verbunden. Mit sicherer Hand kombinierte Edoardo traditionelle Zutaten der Region, dabei erkannte er ihre Stärken und Schwächen, um in der Folge das Richtige zu verbessern. Klingt einfach, aber nur wenige Köche sind in der Lage dieses Gespür aufzubringen.

Minimalistische Optik verband die beiden Fischegerichte als Secondi, dabei waren die Geschmäcker alles andere als simpel. Ricciola in Ogliocottura, Asparago verde, basilico e Salsa di Conchiglie. Die Bernsteinmakrele wurde meisterlich bei Niedrigtemperatur in Öl confiert, dazu feine Röstaromen vom gebratenen Spargel, Basilikum und Muschelsauce von erfreulicher Dichte, aber dennoch voller Leichtigkeit. Klare Produktaromen bei überzeugender Inszenierung. Gleiches gilt für den Branzino mit Topinambur und Grünvariation. Eine bemerkenswerte Kombination in perfekten Proportionen. Edoardo begeistert mit entspannter, mehrheitsfähiger Küche, die es schafft, gleichzeitig das Level von Produktqualität, Kochkunst und Ästhetik auf ein enorm hohes Niveau zu bringen.

Predessert und Dessert werden im Riva Zanelli nicht einfach abgearbeitet, sondern präsentierten sich als weitere Höhepunkte am Ende des Menüs. Lo Sgroppino – Erbseneis mit Kartoffelpulver – sowie Kefir, Yuzu e Cocco und Mango e Sambuco, Melata di Bosco e Dragoncello. Wahre Geschmacksfeuerwerke zum Abschied, bei denen Zutatenauswahl, deren Kombination und Proportionen vorzüglich gelangen.

Für ein acht- bis zehngängiges Degustationsmenü im Riva Zanell in Lignano sind € 70,– bis € 95,– einzuplanen. Ein selbst zusammengestelltes à la carte-Menü ist ebenfalls möglich. Das Preis/Leistungsverhältnis ist vortrefflich.

Ein Genusstipp von Gustav Schatzmayr, goodstuff AlpeAdria.

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