Stiftsschmiede in Ossiach, Kärnten

auf der Terrasse - © Kirchgasser Photography
auf der Terrasse - © Kirchgasser Photography

Stiftsschmiede

A-9570 Ossiach 4

Telefon: +43 676 4011793

Anreise: Karte

www.stiftsschmiede.at

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag von 17.00 bis 24.00 Uhr (Küche bis 22.00 Uhr). Sonntagsbrunch von 11.30 bis 16.00 Uhr (Küche bis 13.30 Uhr).

Die Stiftsschmiede – Fisch & Panorama

Die Stiftsschmiede, eines der ältesten Gebäude am Ossiacher See, ist die grandiose Bühne für Gerhard und Florian Satrans hochgeschätztes Fischrestaurant, das in Kärnten eine Sonderstellung genießt und in der Süßwasserfischküche mit seltener Exzellenz ihre Gäste begeistert. Ein kongeniales Vater-Sohn-Duo macht’s möglich.

Das mächtige Gewölbe im Inneren der Schmiede schafft einen außergewöhnlichen Kontrast zur Leichtigkeit der schönsten Gasthausterrasse am Ossiacher See. Der Ausblick über den See hin zum mächtigen Dobratsch ist einzigartig und passt damit perfekt zu Florians Küche. Gemeinsam mit seiner Partnerin Anja Petschauer schafft er Gerichte, die eine unverkennbare Handschrift tragen. Währenddessen umsorgt Gerhard, der Schöpfer der Schmiede, sein Publikum mit lockerem Schmäh und großer Weinexpertise.

Saibling mit Kaviar - goodstuff AlpeAdria
Saibling mit Kaviar

Florian und Anja machen Wildfang

Florian und Gerhard bauten im Laufe der Jahre ein Netzwerk an hochwertigen Fischlieferanten auf. Der Berufsfischer Maximilian Orsini-Rosenberg beliefert die Stiftsschmiede mit Wildfang aus dem Wörthersee. Reinanken, Zander, Welse, Karpfen und gelegentlich auch Seeforellen finden sich in seinen Netzen und danach in der Stiftsschmiede. Ergänzt um Fische aus dem Ossiacher und Millstätter See sowie beste Ware aus der Fischzucht von Markus Payr.

Fisch in der Stiftsschmiede - goodstuff AlpeAdria
Fisch in der Stiftsschmiede

Nach einem knusprig frischen, fein abgestimmten Gruß – gebackene Forelle auf Spargelsalat – starteten wir mit Saibling ins Menü. Von den Begleitern stachen Kaviar, Topfen und Radieschen hervor. Bemerkenswert die enorme Finesse im Detail in Kombination mit exzellenten Proportionen der regionalen Zutaten, deren Aromafilm dem Fisch seinen Raum und dem Kaviar seine Wirkung lässt. So erreicht man die Seele der Esser. Florians Souveränität im Detail offenbarte sich auch beim Spargel. Das ausgewogene, süß-säucherliche Spiel der Aromen und die gelungene Texturregie der Komponenten passte einfach millimetergenau. Er gab den klassischen, regionalen Geschmäckern – Spargel, Buttermilch und Ei – einen Kick, der ihren Charakter nicht wesentlich veränderte, aber eine optimierte und spezielle Qualität verlieh.

Das nervige Piepsen und Klingeln moderner Küchengeräte wird an Florians Kochstelle, der Esse, durch gelegentliches Knistern und Knacken frisch eingeschobener Holzscheite ersetzt und passt perfekt zu seinem ruhigen Wesen, das unerschütterlich wirkt. Sein gedämpfter Zander wirkte in der Optik durchaus rustikal, aber der Geschmack war alles andere als simpel. Wörthersee-Zander – perfekt opaque gegart – auf Flusskrebsschaum und Spargel mit etwas Bachkresse und geröstetem Buchweizen bestachen mit gelungener sensorischer Struktur. Die Begleiter waren so strukturiert, damit sie in der Aromatik das Texturspiel zwischen Fisch und Begleitern durch vorzügliche Balance bereicherten. Florians Lammbraten – Schulter und Schlögel – mit Schwarzwurzelpüree und Kerbelknollen auf Polenta begeisterte in allen Belangen. Wohlschmeckend wie die besten Gerichte der gutbürgerlichen Küche und fein wie reduzierte Spitzenküche mit zurückgenommener Aromatisierung, um das Grundprodukt in voller Kraft wirken zu lassen.

Mit weißem Schokomousse, Espuma von weißer Schokolade, Sauerkirsche, Kürbiskerneis und -crumble wandte sich Florian gänzlich von monothematischen Desserts ab. Dazu braucht es jedoch sein Fingerspitzengefühl bei der Kombination unterschiedlicher Geschmäcker. Ein kleines Feuerwerk zum Finale.

Für ein fünfgängiges Degustationsmenü in der Stiftsschmiede in Ossiach sollte man € 93,– einplanen (dreigängig € 73,–, viergängig € 88,–). Selbstverständlich ist eine à la carte-Auswahl möglich. In Anbetracht der hervorragenden Qualität ein freundliches Preis/Leistungsverhältnis.

Ein Restauranttipp von Gustav Schatzmayr, goodstuff AlpeAdria.

Lesen Sie auch:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*