Ristorante Al Fogolar 1905 in Udine, Italien

Ristorante Al Fogolar 1905 in Udine, Italien - goodstuff AlpeAdria
Ristorante Al Fogolar 1905 in Udine, Italien

Ristorante Al Fogolar 1905

im Hotel Là di Moret

Viale Tricesimo 276

I-33100 Udine

Telefon: +39 0432 545096

Anreise: Karte

www.ladimoret.it

Öffnungszeiten: Montags zum Abendessen, Dienstag bis Samstag zum Mittag- und Abendessen. Sonntag Ruhetag.

Fogolar 1905 – eine Zeitreise

1905 übernahmen Edoardo Marinis Urgroßeltern am Stadtrand von Udine eine Osteria, um Reisende und Kutscher am Weg von und nach Österreich mit einfachen Gerichten der friulanischen Küche zu verköstigen. Einheimische trafen sich einst zum traditionellen Tajut (ein Glas Wein mit einer Kleinigkeit zum Essen gemeinsam mit Freunden). In den 1950er-Jahren wurden die ersten Zimmer vermietet. Heute zählt das Hotel Là di Moret zu den renommiertesten Hotels und das Restaurant Al Fogolar 1905 zu den besten Restaurants Udines.

Der Restaurantbereich gliedert sich in zwei Teile. Al Fogolar, das klassische friulanische à la carte-Restaurant und 1905, ein vollkommen neu gestalteter Bereich, der seine Gäste auf kulinarische Reisen durch das Friaul mitnimmt. Eine Hommage an die Geschichte des Hauses und die Geschmäcker der Region von den Gipfeln der Friulanischen Dolomiten bis zur Lagune von Grado.

Tagliolini al Nero, Zottoli, Seppie e Salicornia - goodstuff AlpeAdria
Tagliolini al Nero, Zottoli, Seppie e Salicornia

Friulanische Geschmäcker

Chef Stefano Basello führt mit drei wunderbaren Menüs (7 bis 8 Gänge) durch das Friaul: „Wo das Meer dank der Sonne gllitzert“ (Fisch), „Friulanische Geschichten“ (Fleisch) und „Schwester Erde“ (vegetarisch). Wir verkosteten Fisch und Fleisch. Stefano Basello bringt altbekannte Gerichte und Geschmäcker in einen aktuellen Zusammenhang. Selbstverständlich nutzt er dabei auch alle Möglichkeiten der gegenwärtigen Küchentechnologie, die den Gründern im Jahre 1905 nicht zur Verfügung standen.

Da Sauris a Grado, Sardinen aus Grado wurden nach Sauriser Tradition leicht geräucht und harmonierten auf besondere Weise mit dem Blauschimmelkäse. Berge und Meer stimmig vereint. Garusoli (Meeresschnecken), Salsa Salicornia (Queller) e Tartufo nero wurden mit einem Schwamm aus Cavolo nero (Schwarzkohl) und einem Glas Selleriesuppe serviert. Perfekt ausbalancierte Geschmackskomponenten im dezenten Zusammenspiel. Der selten verwendete Queller verlieh dem Gericht Bodenständigkeit. Schultar di Carnia mit Holunder-Kombucha, eine außergewöhnliche Schweinsschultervariante. Dem Traditionsgericht aus Karnien wurde eine neue Form gegeben. Die dichte und mollige Creme wurde mit gerösteter Schulter, Nüssen und Kren bedeckt und von Brioche umgeben. Ein Konstrukt, das die ganze Kraft des Schweins in sich trägt, jedoch nur in feinen Dosen abgibt.

Tagliolini al nero, Zottoli e Seppie und Salsicornia, ein tolles Gericht mit intensivem Geschmack nach Meer. Dennoch spürte man eine unvermutete Leichtigkeit, die bei al nero-Zubereitung höchst selten ist. Tortelli d’Anatra, Salsa Uva fragola und geräucherter Aal. Stefano hielt starke Geschmackskomponenten am kurzen Zügel, um sie beim gemeinsamen Auftritt zu entladen.

Mit Trota / Forelle durfte auch ein Süßwasserfisch mit Bravour zeigen was er kann. Varhackara aus Timau, Tannennadelöl und Beurre blanc präsentierten sich als kongeniale Partner, die dem feinen Forellengeschmack schmeichelten. Ein zartes Stück Lamm wurde in ein Tabakblatt gewickelt und in Salzkruste zubereitet. Das Tabakblatt nahm dem Lammfleisch die Spitzen und erfreute mit einer ungewohnten aber vorzüglichen Erweiterung, die wiederum von der Sauce Hollandaise behutsam gebremst wurde.

Ein friulanisches Hausmittel zum Dessert: Salbeieis mit Pfefferminze. Stefano machte daraus eine cremige Köstlichkeit. Tagliamento wild machte den Aschluss. Schokolade in Steinformen mit unterschiedlichen Füllungen: Pfefferminzmilch, Hagebutten und Sanddorn. Die Details sind die Essenz der Schönheit.

Für die drei Menüs im Al Fogolar 1905 sind zwischen € 75,– und € 85,– einzuplanen. Großes Essvergnügen zu wohlwollenden Konditionen, dazu fein abgestimmte Weinbegleitung. Hingehen, freuen, danke sagen!

Ein Genusstipp von Gustav Schatzmayr, goodstuff AlpeAdria.

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