Ristorante Al Fogolar in Udine, Italien

Ristorante Al Fogolar in Udine, Italien - goodstuff AlpeAdria
Ristorante Al Fogolar in Udine, Italien

Ristorante Al Fogolar

im Hotel Là di Moret

Viale Tricesimo 276

I-33100 Udine

Telefon: +39 0432 545096

Anreise: Karte

www.ladimoret.it

Öffnungszeiten: Montags zum Abendessen, Dienstag bis Samstag zum Mittag- und Abendessen. Sonntag Ruhetag.

Al Fogolar – Tradition und Moderne

1905 übernahmen Edoardo Marinis Urgroßeltern am Stadtrand von Udine eine Osteria, um Reisende und Kutscher am Weg von und nach Österreich mit einfachen Gerichten der friulanischen Küche zu verköstigen. Einheimische trafen sich einst zum traditionellen Tajut (ein Glas Wein mit einer Kleinigkeit zum Essen gemeinsam mit Freunden). In den 1950er-Jahren wurden die ersten Zimmer vermietet. Heute zählt das Hotel Là di Moret zu den renommiertesten Hotels und das Restaurant Al Fogolar zu den besten Restaurants der Stadt.

Im Frühling 2026 machte Edoardo mit Alberto Tonizzo als neuen Chefkoch einen besonderen und außergewöhnlichen Fang. Alberto ist ein Meister der klassischen und modernen Fischküche und zählt zu den besten Köchen im Friaul. Seit jeher wird im Fogolar der Tradition Platz gegeben, jedoch mit einem offensiven Blick in die Zukunft. Eine gelungen köstliche Mischung. Die Beständigkeit des Hauses erkennt man auch an der Treue der Mitarbeiter im Service zum Fogolar. Ihre Aufmerksamkeit und Professionalität machen den Aufenthalt zu einem rundum gelungenen Kulinarikerlebnis.

Anguilla alle Braci - Aal vom Grill - goodstuff AlpeAdria
Anguilla alle Braci – Aal vom Grill

Alberto und der Fisch

Mit Calamaro & Caviale di Risorgiva begrüßte uns Alberto zu seinem Menü im Al Fogolar. Dazu Kefir und Meeresfenchel. Seine gradlinige und grandiose Küche, bei der es vor allem um die Optimierung der Produkte geht, erfreute von Beginn an. Da passte alles millimetergenau, von den Zutaten bis zu den Proportionen. Sensorisch gelungene Gerichte entwickeln und entfalten sich beim Essen wie von selbst. Capelli d’Angelo con Gamberi di Mazara demonstrierten dies auf eindrucksvolle Weise. Auf einer Mandelcreme (Mandeln aus Noto in Sizilien) gebettet, umgeben von Nero di Seppia, Minze, Cozze und Maracuja. Alberto schaffte ein besonderes Geschmacksbild ohne Aromabomben zu kreieren. Die harmonische Balance der Elemente ersetzte fulminant die gängige und heute oft beliebte Dichte bei der Würzung.

Ostriche arrosto / Austern mit Kichererbsen, Salicornia und Kapernblätter. Salicornia (Queller) und Kapernblätter bringen Frische sowie Präsenz und gemeinsam mit dem Kichererbsenpüree bereichern sie Aromatik und Texturspiel. Durch den Kurzaufenthalt am Grill flackern bei den Austern feine Röstnoten auf und bereichern die Grundcharakteristik der Muscheln. Ein überragendes Gesamtaroma! Gleiches gilt für die Gnocchi di Pera con Garusoli in Umido. Birnengnocchi, Stachelschnecken, Basilikumpesto und Wermutsauce im köstlichen Gleichgewicht. Die Kernqualitäten der einzelnen Komponenten und ihr Zusammenwirken am Teller sorgten für Freude. Perfekte sensorische Struktur, die einer kulinarischen Logik folgten. Albertos Gerichte überzeugen mit Leichtigkeit und Präzision.

Mit dem ovalen Quallenfresser / Centrolofo viola beehrte uns ein seltener Meeresbewohner am Teller. Das milde aber feste Fleisch begeisterte mit Geschmack und Struktur. Souveräner Verzicht auf kreative Extravaganzen, es sprach das Produkt. Begleitet von frischem Gemüse der Saison, das einen dezenten Aromafilm mit etwas vegetabile Textur beisteuerte, den Fisch aber am richtigen Platz ließ. Mit Anguilla alle Braci / Aal vom Grill landeten wir bei einem Signature-Dish von Alberto Tonizzo, er ist ein begnadeter Zubereiter dieses, leider immer seltener werdenden, Fisches. Schon das Enthäuten und Entfernen der Fettschicht bedarf eines Meisters. Dem kräftigen Fischgeschmack stellte er Silene / Leimkraut und Paprikasauce bei. Am Fleisch thronte ein Stück der knusprig gebratenen Fischhaut. Ein traditionelles Gericht, dessen Geschmacksbild Alberto verinnerlicht hat. Die beste Basis, um hervorragende Qualität und Authentizität zu erreichen.

Wie geschliffene Steine aus dem Tagliamentofluss muteten die Sassi, die als Dessert gereicht wurden, an. Ein erfrischend köstliches Spiel von weißer Schokolade, Minze, Him- und Brombeeren. Welch besonderes Finale.

Für ein acht- bis neungängiges Fisch-Degustationsmenü im Al Fogolar in Udine sind € 110,— einzuplanen. Ein umfangreiches à la carte-Angebot lädt zusätzlich ein. Angesichts der vorzüglichen Qualität ein höchst genussfreundliches Preis/Leistungsverhältnis.

Ein Genusstipp von Gustav Schatzmayr, goodstuff AlpeAdria.

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